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Sonntag, 24. September 2017
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Die Botschaft der Säulen

Erstveröffentlichung: Kalle Anka & Co 01/1995, 2. Januar 1995 (Schweden)

Originaltitel: The Treasury of Croesus

Deutsche Veröffentlichungen in: Micky Maus 02-04/1995, Onkel Dagobert 16, Donald Duck Sonderheft 205, Heimliche Helden 3 - Gundel Gaukeley

D.U.C.K.-Widmung: Die Widmung befindet sich im ersten Bild in den Schaumblasen, ein paar Millimeter schräg links unten neben dem Geldspeicher.

Story: Um Donalds unbedachte Äußerung, Dagobert sei nur "fast so reich wie Krösus" zu widerlegen, geht dieser mit ihm und den Kindern in die Krösus-Wander-Ausstellung, die sich zur Zeit in Entenhausen befindet. Hier will Dagobert ihnen zeigen, dass Krösus nicht annähernd so viel Geld hatte wie er.
Im Museum stoßen die Ducks auf Inschriften auf einem Säulenbruchstück, das einst zu Krösus' Tempel gehörte. Da die Inschrift nicht komplett ist, aber zu Krösus' größtem Schatz führen soll, steckt sich Dagobert ein Ziel: Alle Bruchstücke aufzuspüren und den alten Tempel von Krösus wieder zu errichten!
Doch im Wettrennen um den Schatz hat er einen Widersacher: Der Leiter der Krösus-Ausstellung, Professor von der Suhle spioniert den Ducks hinterher - doch aus welchen Motiven?

Meinung: Bei "Die Botschaft der Säulen" handelt es sich um eine von jenen Geschichten Don Rosas, in denen er dem Leser ein Stück Geschichte vermittelt. Don nimmt eine Fülle historischer Details und verbindet sie mit der fiktiven Geschichte rund um die Ducks. Wie auch in "Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek" oder "Die Karten des Christoph Kolumbus" macht das einfach großen Spaß, da die Handlung authentischer wirkt - nicht an den Haaren herbeigezogen, wie andere Storylines des Öfteren. Man hält die Geschichte für glaubwürdiger und kann besser in die Handlung eintauchen.
Damit aber nun kein trockener Geschichtslehrgang daraus wird, hat Don viele Gags in die Geschichte eingebaut - den Running Gag mit Donalds schrecklichem Gesang, (positiv) verwirrende Details im Hintergrund, Slapstick, oder einfach amüsante Dialoge. An den grundsätzlichen Arten von Komik hat sich nichts geändert... warum auch?

Der Zeichenstil ist qualitativ wie der der SLSM-Reihe, da "Die Botschaft der Säulen" gerade einmal ein Jahr später erschienen ist. Ob der Zeichenstil Rosas anschließend noch viel besser wurde, ist eine Frage des Geschmacks. Mir persönlich z.B. gefallen insbesondere die Neffen aus den Mittneunzigern besser als gegen Ende. (Die Augen sind mittlerweile weiter auseinander, und wirken immer ein wenig geistesabwesend.)

Die Charakterzeichnung in "Die Botschaft der Säulen" ist besonders hervorzuheben: Durch seine Handlungen gerade zum Schluss der Geschichte - ich möchte nicht alles verraten, falls jemand die Geschichte noch nicht gelesen hat - wirkt Dagobert ein ganzes Stück menschlicher. Unterstützend wirkt hier eine Zeitlupen-Bilderfolge dramatischen Geschehens, ähnlich solchen in Mangas oder den Zeitlupenszenen aus Filmen. Auch der Part des Gegenspielers ist keineswegs blass. Sobald man die Motive des Ausstellungsleiters versteht, fühlt man mit ihm mit. Der Mann hat Schwächen, Gefühle und ist stolz auf sein Land, die Türkei - nicht der typische gierige Mac-Moneysac-Klon, wie man ihn oft vorgesetzt bekommt. Auch nicht uninteressant sind die Parallelen zwischen den Ducks und antiken Gestalten wie Krösus und Midas, die von den Charakteren angestellt werden.

Fazit: Je nachdem, wie sehr man die Geschichtslektüren Don Rosas zu schätzen weiß, beeinflusst das natürlich den Spaß, den man mit "Die Botschaft der Säulen" hat. Ich persönlich weiß sie sehr zu schätzen, und bin der Meinung, dass Don auch seine restlichen Stärken, nämlich Humor und detaillierte Zeichnung, nicht vernachlässigt hat. Von meiner Seite aus gibt es nur einen richtigen Kritikpunkt: Nüchtern betrachtet ist die Gesamthandlung an und für sich nicht sehr umfangreich - aber gut ausgearbeitet.

Fabian König

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