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Sonntag, 19. November 2017
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Dabeisein ist alles

Erstveröffentlichung: Micky Maus 07/1994, 10. Februar 1994 (Deutschland)

Originaltitel: From Duckburg To Lillehammer

Deutsche Veröffentlichungen in: Micky Maus 07/1994, Onkel Dagobert 17

D.U.C.K.-Widmung: Die Widmung versteckt sich im ersten Bild auf der Jacke des Mannes mit Bommelmütze.

Story: Donald hat vor, an den Ausscheidungswettkämpfen für den entenhausener Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen in Lillehammer teilzunehmen. Dort ist er zunächst nur einer unter vielen, als die anderen aber erfahren, dass Gustav Gans ebenfalls teilnehmen wird, geben sie sofort auf und machen sich aus dem Staub. Nur Donald bleibt und versucht vergeblich, Gustav zuerst beim Slalom, dann beim Rodeln und schließlich beim Eiskunstlauf den Garaus zu machen. Doch vor dem Skispringen, das eigentlich als nächstes kommen sollte, erfährt die Jury anhand von Beweisfotos, dass Gustav nur mithilfe seines Glückes alle Wettbewerbe gewonnen hat und disqualifiziert ihn daraufhin. Aus diesem Grund verzichtet Donald auf den Einsatz von Daniel Düsentriebs Miniraketen, mit denen er eigentlich vorhatte zu schummeln. Donald reist zu den Olympischen Spielen und schickt Düsentrieb die nun vermeintlich nutzlose Fernsteuerung zurück. Doch hätte er vielleicht bedenken sollen, dass die Raketen immer noch an seinen Skiern montiert sind...

Meinung: "Dabeisein ist alles" ist eine typische Don-Rosa-Gagstory. Besonders ausgeprägt sind hier die Gesichtsausdrücke der einzelnen Charaktere, was beispielsweise Gustavs durch den Wintersport verursachte Langeweile oder Donalds Ärger über Gustavs unverschämtes Glück schön erkennen lässt. Die Story hält, was sie verspricht und ist ein Muss für alle Fans von Dons Gagstorys.

Dons Kommentar: Diese Geschichte ist auf Wunsch des Herausgebers von Donald Duck & Co., eines wöchentlich erscheinenden, norwegischen Comicheftes, entstanden. Er macht mir häufig Vorschläge für Geschichten mit den Ducks, und in diesem Fall, 1994, wünschte er sich natürliche eine Geschichte, in der Donald an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer, Norwegen, teilnimmt. Dies stellte für mich ein Problem dar, denn das würde bedeuten, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt. Bisher hatte ich alle meine Geschichten durch eine Art Zeitsprung in die 50er Jahre gelegt. "Zeit" im Duck-Universum kommt für mich nach und nach in diesem Jahrzehnt zum Stillstand und kehrt in einer Endlosschleife immer wieder dorthin zurück.
Bei Barks' Geschichten aus den 60ern habe ich mir immer vorgestellt, dass sie während des vorangegangenen Jahrzehnts stattfinden. Aber dies ist eine Gedankenspielerei für mich selbst... Ich bilde mir ein, dass das teilweise daher kommt, dass die Barks-Geschichten, mit denen ich aufgewachsen bin, aus der Sammlung meiner älteren Schwester aus den 50ern stammen. Dies ist das Zeitalter, in dem ich das "Universum" ständig existieren sehe. Das kommt zum Teil daher, dass Dagobert heute nicht mehr leben würde, wenn er all die Dinge, von denen Barks erzählt, tatsächlich zu den angegebenen Zeitpunkten gemacht hätte (z.B., dass er den Grundstock seines Vermögens im Goldrausch am Yukon 1898 legte). Dagobert wäre dann heute 130 Jahre alt!
Aber ich hatte eine Lösung parat! Es gab 1952 schon einmal Olympische Spiele in Norwegen. Weil ich so annehmen konnte, dass meine Geschichte in diesem Zeitraum angelegt ist, gab es für mich keinen Konflikt mehr. Dies funktionierte bis zu dem Augenblick, als der Herausgeber mir sagte, ich solle eine Szene einbeziehen, die die neue olympische Skisprungarena von Lillehammer zeigt. Dies würde die Geschichte optisch im Jahre 1994 spielen lassen, gleichgültig, was ich beabsichtige. In diesem Sinne vervollständigte ich die Geschichte, aber ich bin mir bewusst, dass es sich um eine "imaginäre" handelt. Sie konnte nicht so stattfinden, denn 1994 wäre Donald in den 70ern... ein bisschen zu alt fürs Skispringen!
Als Comiczeichner unterliege ich vielen Einflüssen, und nicht alle beruhen auf Barks. Ich habe damals viele Warner-Brothers-Zeichentrickfilme im Fernsehen gesehen, während ich diese alten Duck-Comics las, daher finden sich auch viele Comic-Gewaltszenen in dieser Geschichte. Aber einer der Einflüsse hat nicht gefruchtet. In der mathematischen Formel auf der achten Seite der Story habe ich anstelle eines Pluszeichens ein zweites Gleichheitszeichen gezeichnet. Und so was passiert gerade mir, wo ich doch einen akademischen Abschluss als Ingenieur habe. Welch eine Schande.

Fazit: Unterhaltsam und lustig, jedoch mit ungewohnt wenig Hintergrundgags, jedoch auf jeden Fall lesenswert.

Rezension von Matthias Waldherr.
Mit einem Kommentar von Don Rosa aus "Onkel Dagobert von Don Rosa", Band 17, Ehapa Comic Collection, Stuttgart, 1998

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